Den vollständigen Bericht über die Ergebnisse des FLEAT Projekts finden Sie hier.

Allgemeines

Der einfachste Weg, die CO2 Emissionen von Fahrzeugflotten im Pkw-Bereich zu verringern ist es, die Einkaufspolitik in Richtung sparsamer Fahrzeuge zu adaptieren. Die in den FLEAT Pilotaktionen neu angeschafften Fahrzeuge wiesen die im Vergleich mit den bestehenden Fahrzeugen der Fahrzeugflotte einen um 10,5% geringeren Treibstoffverbrauch auf.

Die zweibeste Möglichkeit ist es, Spritspartrainings für alle LenkerInnen zu organisieren. Die Gesamtkosten für diese Maßnahme liegen zwischen 300 € und 1.000 € Pro FahrerIn, unabhängig vom Fahrzeugtyp. Inkludiert sind dabei Kosten für den Spritspartrainer als auch der Verlust von Mannstunden. Bus- und Lkw-Flotten zeigen aufgrund der höheren Fahrleistungen die höchsten Einsparungsmöglichkeiten.

Die Umstellung von Diesel- auf Erdgasfahrzeuge ist aufgrund unserer Erfahrungen v.a. für leichte Nutzfahrzeuge eine empfehlenswerte Option. Die Mehrkosten für ein Erdgasfahrzeug im Vergleich zum Dieselfahrzeug betrugen in den Pilotprojekten durchschnittlich 1.200€ und konnten durch beträchtliche geringer Treibstoffkosten pro Kilometer schnell kompensiert werden. Die Amortisationszeit für die Anschaffung eines Erdgasfahrzeugs betrug ungefähr 2,1 Jahre.

Bei schweren Nutzfahrzeugen zweigte sich eine längere Amortisationszeit bei der Umstellung von Diesel auf Erdgas (6,3 Jahre). Bei Erdgasbussen ergibt eine Gesamtökobilanz (well-to-wheel) eine Reduktion um 3,4% CO2 im Vergleich mit Dieselfahrzeugen.

Weitere FLEAT Pilotaktionen im Bereich ‘effiziente Fahrzeuge’ umfassten Elektro-Pkws (35,9 kWh/100km à 79,2 g/km CO2), Hybridfahrzeuge (123-145 g/km CO2), Leichtbaubusse (178g/km CO2-Ersparnis), Eco-Chiptuning (35g/km CO2-Ersparnis bei schweren Nutzfahrzeugen) and Systemen für die Optimierung der Treibstoffeinspritzung (hier konnten keine Unterschiede beobachtet werden). Aufgrund der beschränkten Anzahl an Fahrzeugen, die in diese Pilotaktionen involviert waren, können hier keine detaillierten Ergebnisse wiedergegeben werden.

Den dritte Typ von Pilotaktionen bildeten Maßnahmen im Gebiet Mobilitätsmanagement. Diese Pilotaktionen umfassten sehr unterschiedliche Maßnahmen. Die Effekte sind in diesem Bereich schwierig zu evaluieren und zu vergleichen. Beträchtliche positive Effekte hinsichtlich der Reduktion von CO2-Emissionen in öffentlichen und privaten Fahrzeugflotten wurden v.a. dort erzielt, wo intelligente Routenoptimierungssysteme eingesetzt wurden, durch die sowohl die Anzahl an Fahrten als auch deren Länge erfolgreich verringert werden konnte.

Es ist wichtig festzuhalten, dass bei den Pilotaktionen nicht nur Möglichkeiten zur Verringerung der CO2-Emissionenen, sondern auch signifikante Kosteneinsparungsmöglichkeiten aufgezeigt werden konnten. Gerade letztere können der entscheidende Motivationsfaktor sein, Unternehmen zur Umsetzung von Maßnahmen zu bringen.

Spritsparende Fahrweise

Art des Fahrzeugs

Anzahl an Fahrzeugen

Verringerung des Treibstoffverbrauchs

Jährliche Kosteneinspa­rung/Fahrer

CO2 Reduk­tion/Jahr

Amortisa­tionszeit

Leichte Nutzfahrzeuge

809

-6,4%

+/-200 €

-274 t

1,6-5,2 Jahre

Lkws

332

-9,4%

+/- 2.700 €

-1.923 t

1,3-4,4 Monate

Busse

332

-7,2%

+/- 2.150 €

-1.680 t

1,7-5,6 Monate

Tipps and Tricks

  • Ein entscheidender Faktor ist der Einsatz von gut qualifizierten Trainern;

  • Es ist wichtig, dass auch Führungskräfte an den Trainings teilnehmen, um die Motivation der ArbeitnehmerInnen zu erhöhen;

  • Bestmögliche Ergebnisse werden durch Kurse, die einen ganzen Tag dauern, erzielt. Spritsparende Fahrweise kann nicht in nur einer Stunde erlernt werden;

  • Spritspartrainings sollten nicht mit Sicherheitstrainings kombiniert werden, da dann die Gefahr besteht, dass sich die Aufmerksamkeit der FahrerInnen auf die attraktiveren Schleuderübungen und anderen praktischen Trainings beschränkt und nicht auf den vergleichsweise trockeneren Spritsparkurs;

  • Um nachhaltige Effekte zu erzielen, sollte das Unternehmen nach den Spritspartrainings weitere Aktivitäten durchführen, z.B. Newsletter mit Spritspartipps oder Soritspar-Wettbewerbe;

  • Es ist entscheidend, die Effekte zu monitoren, um darzustellen, dass die für das Training aufgewendeten Kosten sinnvoll eingesetzt wurden;

  • Durch Anreize für FahrerInnnen (finanzieller oder nicht-finanzieller Natur) kann ein Teil der erzielten Kosteneinsparungen zumindest symbolisch an die MitarbeiterInnen weitergegeben werden;

  • Neu angeschaffte Fahrzeuge sollten mit Monitoringgeräten für den Treibstoffverbrauch ausgestattet sein.

Effiziente Fahrzeuge

Art des Fahrzeugs

Anzahl an Fahrzeugen

Verringerung des Treibstoffverbrauchs

Jährliche Kosteneinspa­rung/Fahrer

CO2 Reduk­tion/Jahr

Amortisa­tionszeit

Einkaufsverhalten Pkws

428

-10,5%

+/- 300 €

-287 t

0 Jahre

Erdgas – leichte Nutzfahrzeuge

65

-51%[1]

+/- 580 €

-30 ts

2,1 Jahre

Erdgas – schwere Nutzfahrzeuge

8

-35%[2]

+/- 4745 €

-17 t

6,3 Jahre

Tipps and Tricks

  • Zu allererst sollte ein Zusammenstellung aller verfügbaren alternativen Fahrzeugtypen (die von vertrauenswürdigen Herstellern erzeugt werden) erstellt werden;

  • Vor dem Einsatz von Fahrzeugen mit alternativen Treibstoffen (z.B. Biotreibstoffe oder Erdgas) muss geklärt werden, ob das verfügbare Tankstellennetzwerk ausreichend ist;

  • Für den Einsatz alternativer Antriebe müssen sowohl die passenden Tankstellen (z.B. öffentliche oder private Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge) als auch die notwendigen Ersatzteile verfügbar sein;

  • Alternative Fahrzeuge müssen dem Bedarf des Unternehmens entsprechen (Reichweite, Geschwindigkeit, Tankdauer, Wartungsintervalle, etc.);

  • Bewährte alternative Fahrzeugtechnologien sind: Flüssiggasfahrzeuge, Erdgasfahrzeuge (CNG oder Biomethan), Biotreibstofffahrzeuge, Elektrofahrzeuge und Hybridfahrzeuge;

  • Bewährte Technologien, die bei herkömmlichen Fahrzeugen eingesetzt werden können, sind: Dieselpartikelfilter, Direkteinspritzung (2. Generation) für Benzinfahrzeuge, energieeffiziente Reifen,  eine Anzeige für den optimalen Schaltzeitpunkt (erleichtert spritsparende Fahrweise, diese wird von einigen Fahrzeugherstellern angeboten) sowie Start-Stop-Automatik;

  • Viele dieser Technologien sind in bestimmten “Öko”-Modellen einiger Hersteller verfügbar: Volkswagen Blue Motion, BMW Efficient Dynamics, Ford Econetic, …

  • ‘Herkömmliche’ schwere Nutzfahrzeuge: Je höher der Eurostandard, desto umweltfreundlicher ist das Fahrzeug (es ist schwierig, darüber hinaus Daten zum Treibstoffverbrauch von Lkws zu erhalten);

  • ‘Alternative’ schwere Nutzfahrzeuge: Modelle mit Erdgas und Biotreibstoffen (modifizierte Dieselmotoren) sind verfügbar;

  • Übersichten bieten die Websites www.procura-fleets.eu (Erdgasfahrzeuge); www.best-europe.org (Bio-Ethanol-Fahrzeuge); www.avere.org (Elektro- und Hybridfahrzeuge).

Mobilitätsmanagement

Tipps and Tricks

  • Ein guter Zeitpunkt zur Umsetzung von Mobilitätsmanagement-Maßnahmen in einem Unternehmen ist im Kontext mit einer Umsiedlung oder Zusammenschlus mehrerer Standorte etc.;

  • Größere Straßenbauarbeiten oder Straßensperren können ideale Voraussetzungen bieten, alternative Verkehrsmitel auszuprobieren. Die Alternativen müssen hohe Qualität bieten und einfach benutzbar sein;

  • Wissen ist Macht. Eine Mobilitätsuntersuchung bildet die Basis für jeden Mobilitätsmanagement-Prozeß. Untersucht werden dabei u.a. die Voraussetzungen im Unternehmen, Verhaltensmuster, Möglichkeiten und Barrieren der örtlichen Gegebenheiten, Bedürfnisse und Wünsche der Belegschaft und/oder Kunden;

  • Quantitative Daten bezüglich des Status Quo erleichtern die Evaluation der resultierenden positiven Effekte;

  • Definieren Sie Zielsetzungen bevor Sie damit beginnen, Maßnahmen umzusetzen. Die Zielsetzungen sollten dem SMARTER-Prinzip folgen (specific, measurable, acceptable/achievable, realistic, time-bound, evaluated, reviewed/rewarded).

  • Maßnahmen können in zwei verschiedene Kategorien unterteilt werden: Erstens solche, die die Anzahl an notwendigen Fahrten an sich verringern (z.B. Telefonkonferenzen statt Dienstreisen); und zweitens solche, die darauf abzielen, die Benutzung von Pkws zu verringern. Diese Kategorie kann weiter unterteilt werden in Maßnahmen, die Anreize bieten, Alternativen zu Pkws zu benutzen einerseits, und Maßnahmen, durch die die Benutzung von Pkws erschwert wird andererseits.;

  • Die Unterstützung durch die Führungsebene ist ein entscheidender Punkt. Ohne diese Unterstützung kann die Umsetzung einzelner Maßnahmen zwar möglich sein, Mobilitätsmanagement wird aber keine nachhaltige Rolle im Unternehmen spielen;

  • Es ist vorteilhaft, die Rollen und Verantwortlichkeiten der ArbeitnehmerInnen, der Führungsebene und anderer Akteure wie Anbieter von Öffentlichem Verkehr, Gemeindevertreter usw. zu definieren. Dabei sollte geklärt werden, wer auf täglicher Basis, regelmäßiger Basis oder nur Informationsbasis involviert werden soll. Eine Steuerungsgruppe kann hilfreich sein, um die gesteckten Ziele zu ereichen;

  • Kommunikation ist wesentlich. Für alle Zielgruppen sollten die bestmöglichen Informationskanäle definiert und gewählt werden. Kommunikation in eine Richtung kann in manchen Fällen ausreichend sein, jedoch ist es vorteilhaft, alle Akteure bestmöglich in einem offenen Prozess zu involvieren;

  • Bei der Umsetzung von Maßnahmen sollten die selben Kriterien wie bei der Definition von Zielen angewandt werden. Es ist sehr wichtig, dass die erzielten Effekte evaluiert werden können;

  • Im allgemeinen kommt erreicht man durch Belohnungen mehr als durch ‘Bestrafungen’. Wenn sanfte Maßnahmen keine Wirkung erzielen, kann eine harte Maßnahme zusätzlich benutzt werden. (z.B. Carsharing-Angebote werden unterstützt durch die Einführung von Parkgebühren);

  • Es ist wichtig, bei der Auswahl der geeigneten Maßnahmen flexible zu sein und je nach Standort und geänderten Rahmenbedingungen die Maßnahmen anzupassen;

  • Erzielte Effekte und Resultate sollten an die Belegschaft kommuniziert werden. Mitarbeiter, die Einsparungen erzielen, sollen in der anderen Form dafür belohnt werden.


[1]  Preis für Diesel: 1,2€/l | Preis für CNG: 0,7€/kg

[2]  Preis für Diesel: 1.2€/L | Preis für: 0,7€/kg



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